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„Warum rülpset und furzet ihr nicht?“ Anmerkungen zur Geschichte des Essens

Tiroler Maler, Gastmahl des Herodes (Detail), 1516. © Tiroler Landesmuseen-BetriebsgesellschaftmbH
02.06.2010 - 19:00

Bernhard Rathmayr, Sozialwissenschaftler, Innsbruck

Essen ist eine äußerst komplexe und komplizierte Tätigkeit geworden, weit mehr als ein gewöhnliches Stillen des Hungers oder selbstvergessenes Genießen. Umlagert von Sorgen vor zu viel oder zu wenig, gesund oder ungesund, Symptomen von Süchten und Verweigerungen ist Essen ein Exerzierfeld religiöser, moralischer und pädagogischer Programmatiken. Eine geschichtliche Blickrichtung schaut auf das Essen als exemplarische Praxis, an der wie sonst nur noch an der Sexualität die Zivilisierung und Disziplinierung des Körpers studiert werden kann. An historischen Texten und Bildern lässt sich die Richtung des Wandels zeigen, der aus hungrigen Genießern ängstliche Esser gemacht hat.

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